Das Problem: Eine Ration für alle?

Viele Betriebe füttern ihre gesamte Herde mit derselben Maissilage. Doch was für eine Herde mit 7.000 Litern optimal ist, kann bei Hochleistungskühen über 10.000 Liter zur subklinischen Pansenazidose führen – mit Kosten von 1,50 bis 3,00 € pro Kuh und Tag.

Die Lösung liegt nicht in mehr Mais, sondern im richtigen Mais. Wir zeigen Ihnen, welche Sorte zu welchem Leistungsniveau passt.

Herden über 10.000 Liter: Restpflanzenverdaulichkeit

Bei Hochleistungsherden mit maisbetonter Ration ist nicht der Stärkegehalt entscheidend, sondern die Restpflanzenverdaulichkeit (dNDF). Eine hohe dNDF liefert kontinuierliche, pansensynchrone Energie und stabilisiert den pH-Wert im Pansen.

Das Risiko bei zu viel Stärke

Hoher Maisanteil + schnell abbaubare Stärke = pH-Wert-Absturz im Pansen. Mikroben sterben ab, Futteraufnahme sinkt, Milchleistung bricht ein. Die subklinische Azidose bleibt oft unerkannt.

Die Lösung: dNDF-Sorten

Sorten mit hoher Restpflanzenverdaulichkeit liefern Energie aus der Faser – langsam, gleichmäßig und pansenschonend. Perfekt für maisbetonte Rationen in der Hochleistung.

Unsere Empfehlung: BELUGA
 

Der Spezialist für Restpflanzenverdaulichkeit in Hochleistungsherden.

  • Höchste Restpflanzenverdaulichkeit (dNDF) im Sortiment
  • Pansensynchrone Energielieferung über die Faser
  • Stabilisiert den Pansen-pH bei maisbetonter Ration
  • Ideal für Herden über 10.000 Liter Jahresleistung

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Herden bis 10.000 Liter: Maximale Stärke

Bei grasbetonten Rationen mit moderatem Maisanteil ist der Stärkegehalt der entscheidende Hebel. Hier brauchen Sie Sorten mit massiven Kolben und einer rasanten Stärkeabbaurate im Pansen, um Energiedefizite der Grasration auszugleichen.

PRIVAT

Der frühe Energiemais. Liefert extrem hohe Energiekonzentrationen und sichere Abreife für höchste Stärkeerträge in kühlen Lagen.

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BAZUK

Der kompakte Stärke-Gigant. Massiver Kolbenanteil und schnelle Stärkeabbaurate. Perfekt für grasbetonte Rationen.

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BULLINGA

Stärke und Stabilität vereint. Hoher Stärkegehalt bei gleichzeitig stabiler Gesamtpflanzenleistung. Für alle Standorte.

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BISMARK

Höchste Stärkeerträge pro Hektar. Die perfekte Kombination aus Masse und Energiedichte für die Grundfutteroptimierung.

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Sortenvergleich: Stärke vs. Restpflanzenverdaulichkeit

KriteriumHerden > 10.000 lHerden < 10.000 l
FokusRestpflanzenverdaulichkeit (dNDF)Stärkegehalt & Stärkeertrag
RationMaisbetont (>50% Mais)Grasbetont (<50% Mais)
EnergiequelleFaser (langsam, pansensynchron)Stärke (schnell, energiedicht)
Pansen-pHStabilisierung durch dNDFKein Risiko bei moderatem Anteil
agaSAAT-SortenBELUGAPRIVAT, BAZUK, BULLINGA, BISMARK

 

 

 

FACHWISSEN: FÜTTERUNGSSTRATEGIEN NACH LEISTUNGSNIVEAU – STÄRKE VS. RESTPFLANZENVERDAULICHKEIT

Die moderne Milchviehfütterung steht vor einer komplexen Herausforderung: Die genetische Leistungsfähigkeit der Herden steigt kontinuierlich, während gleichzeitig die Grundfutterqualität durch klimatische Extreme zunehmend schwankt. Eine pauschale Sortenempfehlung für Silomais greift in diesem Umfeld zu kurz.
Die Strategie der agaSAAT-Hybrid GmbH setzt genau hier an: Wir differenzieren die Sortenwahl strikt nach dem Leistungsniveau der Herde. Der entscheidende Faktor ist das physiologische Limit der Pansenkapazität bei Hochleistungskühen.

Die physiologische Grenze: Warum Herden über 10.000 Liter anders fressen müssen

Bei Herden mit einer Jahresleistung von über 10.000 Litern Milch stoßen wir an eine physikalische Grenze: Die Trockenmasseaufnahme (TMA) der Kuh ist limitiert. Eine Kuh kann, abhängig von Gewicht und Laktationsstadium, maximal etwa 22 bis 25 kg Trockenmasse pro Tag aufnehmen. Um aus dieser begrenzten Menge Futter die Energie für 40, 50 oder mehr Liter Tagesgemelk zu generieren, muss die Energiedichte der Ration maximiert werden.

Hier rückt die Restpflanzenverdaulichkeit (RPV) und insbesondere die Verdaulichkeit der neutralen Detergenzienfaser (dNDF) in den absoluten Fokus. Die dNDF ist der energetische Motor des Pansens. Wenn wir den Stärkegehalt in der Ration durch extrem kolbenbetonte Maissorten oder massiven Kraftfuttereinsatz über ein gewisses Maß hinaus erhöhen (über 25 – 28 % Stärke in der Gesamtration), riskieren wir eine subklinische Pansenazidose (SARA). Der pH-Wert im Pansen fällt ab, die zellulolytischen (faserabbauenden) Bakterien sterben ab, und die Futteraufnahme sinkt drastisch. Ein Teufelskreis beginnt.

Die Lösung für Hochleistungsherden liegt daher in Sorten wie BELUGA. Diese Sorten zeichnen sich nicht primär durch gigantische Kolben aus, sondern durch eine exzellente Verdaulichkeit der Restpflanze (Zellwandverdaulichkeit). Die Energie wird im Pansen langsam, kontinuierlich und pansenschonend freigesetzt. Dies hält den pH-Wert stabil, maximiert die Futteraufnahme und liefert die entscheidenden Megajoule (NEL) aus der Faser, ohne das Risiko einer Übersäuerung. Jeder Prozentpunkt mehr dNDF-Verdaulichkeit erhöht die Trockenmasseaufnahme um ca. 0,17 kg und die Milchleistung um ca. 0,25 kg pro Kuh und Tag.

Herden bis 10.000 Liter: Der Stärke-Turbo für maximale Effizienz

Betrachten wir hingegen Herden mit einem Leistungsniveau bis ca. 10.000 Liter, ändert sich die agronomische und ökonomische Zielsetzung. Hier ist die Pansenkapazität im Verhältnis zur Milchleistung oft nicht der primär limitierende Faktor. Die Kühe haben "Platz" im Pansen, um ausreichend Futter aufzunehmen. Die Herausforderung in diesem Segment besteht vielmehr darin, die Rationskosten zu optimieren und den teuren Zukauf von Kraftfutter (insbesondere Getreideschrot) zu minimieren.

In diesem Szenario sind massige, kolbenbetonte Sorten mit extrem hohen Stärkeerträgen das Mittel der Wahl. Sorten wie BAZUK, BULLINGA, BISMARK und PRIVAT fungieren hier als echter "Pansen-Motor". Diese Sorten lagern massiv Energie in Form von Stärke im Kolben ein. Der entscheidende agronomische Vorteil dieser Sorten liegt in der Stärkeabbaurate. Die im Maiskorn enthaltene Stärke (insbesondere die mehlige Endosperm-Stärke) wird im Pansen sehr schnell abgebaut und liefert sofort verfügbare Energie für die mikrobielle Proteinsynthese.

Indem der Landwirt Sorten mit hohem Stärke- und Energieertrag pro Hektar anbaut, produziert er sein eigenes "Kraftfutter" auf dem Feld. Dies senkt die Futterkosten pro Liter Milch signifikant. Die Sorte PRIVAT beispielsweise besticht durch eine extrem frühe Abreife kombiniert mit enormen Energiekonzentrationen, was sie ideal für kühlere Standorte macht. BULLINGA und BISMARK liefern die perfekte Symbiose aus hohem Stärkegehalt und gleichzeitiger Toleranz gegenüber Trockenstress (DCA-geprüft), was auf leichteren Böden den Stärkeertrag absichert.

 

Das Zusammenspiel von Genetik und Erntezeitpunkt 

Egal ob dNDF-Spezialist oder Stärke-Gigant: Die Genetik kann ihr Potenzial nur entfalten, wenn das Management bei der Ernte stimmt. Der Trockensubstanzgehalt (TS-Gehalt) zur Ernte ist der Schalter, der über den Fütterungserfolg entscheidet.

  • Für stärkebetonte Rationen (< 10.000l): Die Ernte sollte bei 32 – 35 % Gesamt-TS erfolgen. In dieser Phase ist die Stärkeeinlagerung im Korn weitgehend abgeschlossen, das Korn ist aber noch weich genug (Teigreife), um vom Häcksler (Cracker) optimal aufgeschlossen zu werden. Ein zu spätes Häckseln (über 38 % TS) führt zu harten, glasigen Körnern, die den Pansen unverdaut passieren (Stärke im Kot).
  • Für restpflanzenbetonte Rationen (> 10.000l): Hier darf auf keinen Fall zu spät gehäckselt werden. Die Verdaulichkeit der Restpflanze (Lignifizierung) nimmt mit zunehmender Abreife dramatisch ab. Der optimale Erntezeitpunkt liegt hier oft etwas früher (ca. 30 – 33 % TS), um die Zellwände noch im hochverdaulichen Zustand ins Silo zu bringen. Sorten wie BELUGA verzeihen durch ihr "Stay-Green"-Verhalten ein leichtes Hinauszögern der Ernte besser, da die Restpflanze länger vital und verdaulich bleibt.

Wirtschaftlichkeit: Was kostet ein Prozentpunkt mehr Stärke oder dNDF?

Die ökonomische Dimension der Sortenwahl wird in der Praxis häufig unterschätzt. Betrachten wir die Zahlen: Ein Prozentpunkt mehr dNDF-Verdaulichkeit erhöht die Milchleistung um ca. 0,25 kg pro Kuh und Tag. Bei einer Herde von 100 Kühen und 305 Laktationstagen ergibt das 7.625 kg Milch pro Jahr zusätzlich. Bei einem Milchpreis von 0,42 Euro/kg sind das über 3.200 Euro Mehrerlös – allein durch die richtige Sortenwahl. Dem stehen keinerlei Mehrkosten gegenüber, denn der Saatgutpreis ist identisch.

Umgekehrt gilt für stärkebetonte Strategien: Jede Tonne Stärke, die auf dem eigenen Feld produziert wird, ersetzt den Zukauf von Getreideschrot oder Körnermais. Bei aktuellen Marktpreisen von 240 – 280 Euro pro Tonne Futtermais bedeutet ein Stärkemehrertrag von 1,5 t/ha durch die richtige Sortenwahl eine Einsparung von 360 – 420 Euro pro Hektar. Sorten wie PRIVAT und BULLINGA erreichen Stärkeerträge von über 5.500 kg/ha und übertreffen damit durchschnittliche Sorten um 800 – 1.200 kg/ha. Diese Differenz finanziert nicht nur das Saatgut, sondern liefert einen erheblichen Deckungsbeitragsvorteil.

Silierung und Nacherwärmung: Der oft vergessene Faktor

Selbst die beste Genetik kann durch Fehler bei der Silierung zunichte gemacht werden. Stärkereiche Silagen sind besonders anfällig für Nacherwärmung, da die leicht verfügbare Stärke ein ideales Substrat für Hefen und Schimmelpilze darstellt. Die Konsequenz: Energieverluste von 5 – 15 % im Silo und potenzielle Mykotoxinbelastung. Für stärkebetonte Sorten wie BAZUK oder BISMARK empfiehlt sich daher eine besonders sorgfältige Verdichtung (mindestens 250 kg TM/m³) und ein zügiger Vorschub von mindestens 2,5 m pro Woche im Sommer. Der Einsatz von heterofermentativen Siliermitteln (Lactobacillus buchneri) kann die aerobe Stabilität um 48 – 72 Stunden verlängern und ist bei Stärke-Silagen eine lohnende Investition.

Bei RPV-betonten Sorten wie BELUGA ist die Nacherwärmungsgefahr geringer, da der Faseranteil die mikrobielle Aktivität an der Anschnittfläche bremst. Dennoch gilt: Eine Häcksellänge von 6 – 8 mm (ohne Cracker) bzw. 10 – 12 mm (mit Cracker) optimiert sowohl die Verdichtung als auch die spätere Strukturwirksamkeit im Pansen. Die physikalisch effektive Faser (peNDF) der Silage muss mindestens 32 % der NDF ausmachen, um die Wiederkautätigkeit und damit die Speichelproduktion (natürlicher Pansenpuffer) aufrechtzuerhalten.

Fazit: Maßgeschneiderte Sortenwahl statt Gießkannenprinzip

Die Zeiten, in denen eine einzige Maissorte für alle Betriebe passte, sind vorbei. Die agaSAAT-Hybrid GmbH bietet mit ihrem differenzierten Portfolio exakt die Werkzeuge, die moderne Milchviehhalter benötigen. Wer die 10.000-Liter-Marke knackt, muss den Pansen schonen und auf Restpflanzenverdaulichkeit (BELUGA) setzen, um die Futteraufnahme zu maximieren. Wer darunter liegt, sollte den Stärkeertrag vom Feld maximieren (PRIVAT, BAZUK, BULLINGA, BISMARK), um Zukauffutter zu sparen und die Wirtschaftlichkeit zu steigern.

Die Beratung der agaSAAT-Hybrid GmbH unterstützt jeden Betrieb individuell bei der optimalen Sortenwahl. Denn am Ende entscheidet nicht die teuerste Ration über den wirtschaftlichen Erfolg, sondern die intelligenteste Kombination aus Genetik, Erntezeitpunkt und Silomanagement. Das ist der wahre Pansen-Motor – und er beginnt auf dem Feld, nicht im Futtertrog.

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