Winterraps steht unter zunehmendem Krankheitsdruck. Phoma lingam (Wurzelhals- und Stängelfäule), Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit), Verticillium longisporum (Rapswelke) und Plasmodiophora brassicae (Kohlhernie) können einzeln oder in Kombination massive Ertragsverluste verursachen. Die agaSAAT-Hybrid GmbH setzt auf genetische Resistenzen als erste Verteidigungslinie – denn die wirksamste Fungizidbehandlung ist die, die gar nicht nötig wird.

Unsere Sorten

DESPINA

Breitband-Resistenz

  • Sehr gute Phoma-Resistenz (Rlm7)
  • Toleranz gegen Verticillium
  • Starke Herbstentwicklung übersteht Infektionsdruck
  • Hoher Ölgehalt (46 – 47 %)
  • Bewährt in Hochdruckregionen

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COLUMBIA

Der Sklerotinia-Blocker

  • Überdurchschnittliche Sklerotinia-Toleranz
  • Aufrechter Wuchs fördert Durchlüftung
  • Gute Phoma-Resistenz
  • Schnelle Jugendentwicklung
  • Ertragsstark und standfest

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OLIVIANA

Kohlhernie-resistent

  • Genetische Kohlhernie-Resistenz
  • Für befallene Flächen die einzige Lösung
  • Gute Ertragsleistung trotz Resistenzgen
  • Kombiniert mit Phoma-Toleranz
  • Ermöglicht Rapsanbau auf Problemflächen

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AMEA

Robust & ertragsstark

  • Breite Krankheitsresistenz
  • Sehr gute Standfestigkeit
  • Hohe Winterhärte
  • Stabile Erträge über Standorte
  • Für intensive Rapsanbauregionen

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KENTUCKY

Der Allrounder

  • Gute Phoma- und Sklerotinia-Toleranz
  • Exzellente Standfestigkeit
  • Mittlere bis starke Herbstentwicklung
  • Breite Standorteignung
  • Zuverlässig in der Leistung

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Fachwissen


Phoma lingam: Die schleichende Gefahr am Wurzelhals

Phoma lingam (Leptosphaeria maculans) ist die wirtschaftlich bedeutendste Rapskrankheit in Deutschland. Der Pilz infiziert bereits im Herbst über Blattflecken (Phoma-Blattflecken), wächst dann systemisch durch den Blattstiel in den Wurzelhals und verursacht dort im Frühjahr die gefürchtete Wurzelhalsfäule. Befallene Pflanzen knicken bei Wind um oder sterben vorzeitig ab.

Die Ertragsverluste durch Phoma betragen im Durchschnitt 10 – 15 %, in Befallsjahren bis zu 30 %. Besonders betroffen sind enge Rapsfruchtfolgen (Raps alle 3 Jahre oder häufiger) und Regionen mit milden, feuchten Herbsten (Norddeutschland, Küstenregionen).

Genetische Resistenz als Lösung: Die wirksamste Abwehr sind sortenspezifische Resistenzgene. DESPINA trägt das Resistenzgen Rlm7, das aktuell die breiteste Wirksamkeit gegen die in Deutschland vorkommenden Phoma-Rassen zeigt. Zusätzlich verfügt DESPINA über eine quantitative (polygene) Resistenz, die auch bei Überwindung des Hauptgens noch einen Basisschutz bietet.

 

Symptome erkennen

Im Herbst: Graubraune Blattflecken mit dunklem Rand und kleinen schwarzen Punkten (Pyknidien). Im Frühjahr: Dunkelbraune bis schwarze Verfärbungen am Wurzelhals, die bei starkem Befall den gesamten Stängelquerschnitt erfassen. Befallene Pflanzen zeigen vorzeitige Abreife und knicken bei Wind oder Regen ab.

 

Sclerotinia sclerotiorum: Weißstängeligkeit gezielt vermeiden

Sclerotinia ist die klassische Rapskrankheit zur Blüte. Die Ascosporen infizieren abfallende Blütenblätter, die auf Blattachseln und Stängeln liegen bleiben. Von dort dringt der Pilz in den Stängel ein und verursacht die typische weiße, watteähnliche Fäule mit schwarzen Sklerotien.

Die Bekämpfung mit Fungiziden zur Blüte (Boscalid, Prothioconazol) ist Standard – aber teuer (40 – 60 €/ha), terminabhängig und nicht immer wirtschaftlich. In Jahren mit trockener Blüte ist die Behandlung überflüssig, in Feuchtjahren reicht eine Behandlung oft nicht aus.

Die sortenbasierte Strategie: Sorten wie COLUMBIA mit überdurchschnittlicher Sklerotinia-Toleranz reduzieren das Befallsrisiko genetisch. Ihr aufrechter Wuchs fördert die Bestandesdurchlüftung (Mikroklima wird trockener), und die Toleranz sorgt dafür, dass selbst bei Infektion der Ertragsverlust geringer ausfällt.

In Kombination mit angepasster Bestandesdichte (40 – 50 Pflanzen/m²) und gezielter N-Düngung (nicht zu üppig!) kann die Blütenbehandlung in vielen Jahren eingespart werden – eine Einsparung von 40 – 60 €/ha pro Saison.

Verticillium und Kohlhernie: Die Bodenbürtigen

Verticillium longisporum (Rapswelke) ist ein Bodenpilz, der über die Wurzel eindringt und die Leitbahnen verstopft. Befallene Pflanzen reifen vorzeitig ab (einseitige Notreife), die Körner bleiben klein und der Ölgehalt sinkt. Eine chemische Bekämpfung ist nicht möglich – nur die Sortenwahl und weite Fruchtfolgen helfen. DESPINA zeigt eine gute Toleranz gegen Verticillium.

 

Kohlhernie – der Albtraum auf befallenen Flächen

Plasmodiophora brassicae (Kohlhernie) bildet Dauersporen, die über 20 Jahre im Boden überleben. Befallene Pflanzen bilden knollige Wucherungen an den Wurzeln, können kein Wasser mehr aufnehmen und welken. Ertragsverluste von 50 – 100 % sind keine Seltenheit.

Die einzige Lösung auf befallenen Flächen: Kohlhernie-resistente Sorten wie OLIVIANA. Diese Sorten tragen spezifische Resistenzgene, die das Eindringen des Erregers in die Wurzel verhindern. OLIVIANA ermöglicht den Rapsanbau auch auf Flächen, die sonst für Raps gesperrt wären – ohne Ertragseinbußen gegenüber nicht-resistenten Sorten.

Wichtig: Kohlhernie-resistente Sorten sollten nicht in jedem Jahr auf derselben Fläche stehen, um die Resistenz langfristig zu erhalten. Empfehlung: Maximal 2x hintereinander, dann eine Anbaupause von mindestens 3 Jahren für Raps auf dieser Fläche.

Integriertes Resistenzmanagement: Die Strategie für die Praxis

Kein einzelnes Werkzeug reicht aus – die Kombination macht den Unterschied. Ein nachhaltiges Krankheitsmanagement im Raps basiert auf fünf Säulen, die ineinandergreifen und sich gegenseitig verstärken:

  1. Sortenwahl als Fundament (50 % des Erfolgs)

    Wählen Sie Sorten mit den Resistenzen, die auf Ihrem Standort relevant sind. In Phoma-Hochdruckgebieten: DESPINA (Rlm7). Auf Kohlhernie-Flächen: OLIVIANA. In Sklerotinia-Regionen: COLUMBIA. Für Standorte mit Verticillium-Problematik: DESPINA oder AMEA. Die Beratung der agaSAAT-Hybrid GmbH hilft bei der standortgerechten Auswahl. Wichtig ist, dass keine Sorte gegen alle Krankheiten gleichzeitig resistent sein kann – die Priorisierung nach dem Hauptproblem des Standorts ist entscheidend.

     

  2. Fruchtfolge einhalten – die wichtigste Hygienemaßnahme

    Mindestens 3, besser 4 Jahre Anbaupause zwischen zwei Rapskulturen. Das reduziert das Inokulum aller bodenürtigen Erreger (Phoma, Verticillium, Kohlhernie, Sklerotinia) massiv. Jedes zusätzliche Jahr Anbaupause reduziert den Phoma-Befall um ca. 30 %. Auch Ausfallraps in der Zwischenfrucht muss konsequent bekämpft werden, da er als Brücke für Krankheitserreger dient. Auf Kohlhernie-Flächen ist eine Anbaupause von mindestens 6 – 7 Jahren ohne jegliche Kreuzblütler (auch keine Senf-Zwischenfrucht!) erforderlich.

     

  3. Stoppelmanagement und Bodenbearbeitung

    Rapsstoppeln nach der Ernte mulchen und flach einarbeiten. Das beschleunigt den Abbau von Phoma-Fruchtkörpern (Pseudothecien) und Sklerotinia-Sklerotien durch Bodenorganismen. Tiefes Pflügen vergräbt die Sklerotien zwar, aber sie überleben dort jahrelang und werden bei der nächsten Pflugfurche wieder an die Oberfläche gebracht. Flaches Einarbeiten (5 – 8 cm) mit Grubber oder Scheibenegge ist daher vorzuziehen, da es den mikrobiellen Abbau fördert.

     

  4. Gezielte Fungizidstrategie – weniger ist mehr

    Herbstbehandlung gegen Phoma nur bei starkem Blattbefall (>30 % befallene Blätter vor dem Vegetationsende). Bei resistenten Sorten wie DESPINA ist diese Behandlung in den meisten Jahren überflüssig. Blütenbehandlung gegen Sklerotinia nur in Feuchtjahren (Prognosemodelle wie SkleroPro nutzen!) und bei anfälligen Sorten. Mit resistenten Sorten sparen Sie 1 – 2 Behandlungen pro Saison (Einsparung: 60 – 100 €/ha). Zusätzlich reduzieren Sie den Selektionsdruck auf die Pilzpopulation und verzögern die Resistenzbildung gegen Fungizide.

     

  5. Resistenzmonitoring und Sortenwechsel

    Beobachten Sie Ihre Bestände auf Resistenzdurchbrüche. Wenn eine Sorte plötzlich stärker befallen wird als erwartet, kann dies auf eine Veränderung der Erregerpopulation hindeuten. In diesem Fall wechseln Sie das Resistenzgen. Die agaSAAT-Hybrid GmbH bietet Sorten mit unterschiedlichen Resistenzgenen (Rlm7, Rlm4, quantitative Resistenz), um einen systematischen Wechsel zu ermöglichen. Empfehlung: Wechseln Sie das Resistenzgen spätestens alle 3 – 4 Anbauperioden auf derselben Fläche, um die Wirksamkeit langfristig zu erhalten.

     

  6. Wirtschaftliche Bewertung: Was kostet Krankheit, was kostet Prävention?

    Eine Vollkostenrechnung zeigt: Der Anbau resistenter Sorten ist die wirtschaftlichste Form der Krankheitsbekämpfung. Die Mehrkosten für Hybridsaatgut (ca. 20 – 30 €/ha gegenüber Liniensorten) werden durch eingesparte Fungizidbehandlungen (60 – 100 €/ha) und vermiedene Ertragsverluste (100 – 300 €/ha in Befallsjahren) um ein Vielfaches überkompensiert. Ein ungeschützter Rapsbestand verliert im Durchschnitt 8 – 15 % seines Ertrags durch Krankheiten – bei einem Ertrag von 4 t/ha und einem Rapspreis von 450 €/t entspricht das 144 – 270 €/ha entgangenem Erlös.

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